Was man in Deutschland bereits als Kind lernt, ist nicht überall auf der Welt selbstverständlich. Es gibt Länder, in denen manche Frauen nie Radfahren gelernt haben - teilweise aus gesellschaftspolitischen Gründen, teilweise aber auch, weil es keine Möglichkeiten für sie gibt. Jetzt hier in Deutschland  haben Frauen gesehen, dass es möglich ist, mit dem Fahrrad zum Einkaufen, zum Arzt etc. zu fahren – einfach mobiler zu sein und auch Geld zu sparen. Radfahren zu können, ist ein weiterer Schritt zur Integration.

Der Verein Flüchtlingshilfe Sehnde  hat mit dem ADFC einen Anbieter für den Kurs gewinnen können. Dieser findet nun auf dem Gelände des ehemaligen Bundessortenamtes statt und zwar mit 20 Stunden, verteilt auf 10 Nachmittage, da die Frauen am Vormittag ihre Deutschkurse besuchen. Die Flüchtlingshilfe Sehnde hat die Kosten übernommen und hofft noch auf eine nachträgliche Förderung, der Antrag ist gestellt, bzw. auf zweckgebundene Spenden. Die Koordinierung sowie die Kinderbetreuung während des Kurses erfolgt ebenfalls über die Flüchtlingshilfe.

Die ersten Tage haben die Teilnehmerinnen auf Rollern mit Handbremsen geübt. So wird schon mal Abstand halten und Bremsen erprobt. Nach wenigen Tagen sattelten die Frauen dann auf vom ADFC zur Verfügung gestellte Fahrräder um, die kleinere Reifen haben, so dass sich alles näher am Boden abspielt und die Angst minimiert wird. In der zweiten Woche geht es mit „richtigen Damenrädern“ weiter bis am letzten Tag, Freitag dem 27.9. ca. 15.30 das Erlernte gefeiert werden kann. Die Fahrradwerkstatt der Flüchtlingshilfe hat Fahrräder zur Übergabe vorbereitet.

Berichte in der Presse:

HAZ: Flüchtlingsfrauen lernen Fahrradfahren in Rethmar

Marktspiegel: Selbstbestimmt mobil sein - Fahrradkurs für elf geflüchtete Frauen